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San Francisco Sessions 2001 *
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SAN FRANCISCO SESSIONS

Zwischen Hippie-Kommerz, Goa-Spirits und revolutionären Party-Demos – Eine Reise durch das San Francisco der Gegenwart …

DAS ERBE DER HIPPIES

In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre wurde San Francisco zur Hauptstadt der Flower-Power-Bewegung. Zigtau-sende Hippies aus der ganzen Welt kamen zusammen, um in Haight-Ashbury den ”Summer of Love” zu feiern. Ver-bindend war die Abkehr von den Werten der bürgerlichen Gesellschaft, die im Vietnam-Krieg ihr blutverschmiertes Gesicht zeigte. Die Vision der Hippies machte dagegen die freie Liebe zur wichtigsten Kraft, die aufkommende Rock-Musik wurde zum wegweisenden Bezugspunkt und psychedelische Substanzen dienten zur Veränderung des Be-wusstseins. Die farbenfrohen Beschwörungen einer besseren Welt nahmen jedoch nur kurzzeitig Gestalt an, bald verfing sich die Hippie-Kultur in inneren Widersprüchen. Zudem gelang es Ronald Reagan, dem damaligen Gouver-neur Kaliforniens, und dem CIA zunehmend die Bewegung über repressive Massnahmen zu schwächen. Im Grunde wurzelte das Scheitern der Hippie-Kultur jedoch in einem wesentlichen Teil in der verschlingenden Dynamik eines Gesellschaftssystems, das selbst seine Antithese integriert und zu Geld macht.

Bis heute lebt Haight-Ashbury als Stadtteil noch immer vom Mythos der Hippie-Bewegung. Vom ursprünglichen Spirit ist kaum noch etwas zu spüren, wie sollte es über dreißig Jahre später auch anders sein. Ein Hippie-Shop reiht sich an den nächsten: Eine endlose Ansammlung von T-Shirts, Postern, Tassen und anderen Souvenirs mit Motiven der Ikonen Janis Joplin, Jimi Hendrix und Jerry Garcia. Blumen schmücken noch immer die zentrale Haight-Street, doch längst sind sie mit einem meist völlig überteuerten Preisschild versehen.

Inzwischen sind jedoch nicht nur die scheinbar ewig jungen Rock-Klassiker der späten Sechziger in den Shops zu hören. Seit einiger Zeit nehmen die zeitgemäßen Beats des Psychedelic Trance einen nahezu gleichberechtigten Platz ein. Die Freaks aus der Goa-Szene haben längst das Erbe der Hippies angetreten. Viele Parallelen sind offen-sichtlich, so ist beispielsweise der Bezug zur indischen Mystik genauso verbreitet wie der Gebrauch psychoaktiver Substanzen und auch die farbenfrohe Kleidung orientiert sich eindeutig am Outfit der Hippies. Vor allem ist es jedoch zumeist die Sehnsucht nach Freiheit und Ungebundenheit, nach innerer Entfaltung und Entwicklung, die den einge-schlagenen Weg bestimmt. Charakteristisch ist für beide Kulturen jedoch auch ein oftmals naives bis ignorantes Ver-hältnis gegenüber den Möglichkeiten und den Notwendigkeiten politischen Engagements.

OFFENE SESSIONS ALS LEBENSPRINZIP

Aus der scheinbar endlosen Kette der Tourist-Shops der Haight-Street fällt der Bound Together Bookstore heraus. Dort reihen sich die Klassiker der linken Bewegungen aneinander, von Marx und Bakunin über die Vertretern der kritischen Theorie bis zu den WortführerInnen der Antiglobalisierungsbewegung. Daneben stehen verschiedene Un-derground-Zeitschriften oder auch Benefit-CDs für den aus politischen Gründen in Philadelphia zum Tode verurteilten afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal. Im Gegensatz zu vergleichbaren Projekten in Deutschland lassen sich aber auch erotische Fotobände aus der Fetisch-Szene oder psychedelische Erfahrungsberichte finden. ”Alle Mitarbeiter des Buchladens verzichten auf einen Lohn, die Gewinne fließen an linke Projekten” erzählt mir Monica und fügt mit einem leicht zweifelnden und gleichzeitig hoffnungsvollen Lächeln hinzu: ”Vielleicht reicht es sogar irgend-wann einmal für den Aufbau eines Zentrums.”

Im Golden Gate Park finde ich dann doch noch den Geist der Hippie-Bewegung, der sich im Grund jedoch losgelöst von der Kultur der späten Sechziger als eine Art ”Open Spirit” bezeichnen lässt, welcher sich durch so viele gegenkul-turellen Bewegungen zieht. An einem kleinem Hügel hat sich eine Gruppe von TrommlerInnen zusammengefunden, unterstützt von einem Klarinettisten und einem Trompeter. Eine offene Session, der sich jede und jeder anschließen kann, unabhängig von Alter, Hautfarbe und Herkunft. Und so ist es ein ständiges kommen und gehen, meist sind es rund fünfzehn TrommlerInnen, die improvisierend miteinander spielen, dabei gleichberechtigt aufeinander eingehen und so den Traum einer gemeinschaftlichen Gesellschaft auf dieser Ebene für einige Stunden zur Wirklichkeit ma-chen.

Während ich auf der Wiese liege, ziehen einige Seifenblasen an mir vorbei, der Geruch von Räucherstäbchen und Grass liegt in der Luft. Ein Skateborder hat sich in die Mitte der TrommlerInnen gelegt, um sich völlig vom Sound umhüllen zu lassen, während einige junge, etwas klischeehaft hippieartig gekleidete Frauen ausgelassen tanzen. Es macht den Flair von San Francisco mit aus, dass sich auch fünfzig- und sechzigjährige ganz selbstverständlich der Musik hingeben, ohne mit einem Kopfschütteln bedacht zu werden. Gleich neben mir breitet eine Familie ein Picknick aus, daneben spielen einige Freaks Frisbee, andere jonglieren oder genießen einfach den warmen Nachmittag.

Doch auch an diesem idyllischen Sonnentag in Haight-Ashbury wird am Straßenrand die Kehrseite des vermeintlichen Traumlandes Amerika mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten deutlich. Da streicht eine verwirrte ältere Frau ununter-brochen über eine Barbie-Puppe und spricht von deren Schönheit. Gleich daneben bitten die beiden Punx auf einem handgeschriebenen Schild mit etwas Selbstironie um Spenden für ihre Alkohol-Studien. Nicht minder bezeichnend ist der Alt-Hippie, der unverständliches Zeug vor sich hin murmelt, während er eine Mülltonne nach etwas Essbaren durchwühlt.

GOA IN SAN FRANCISCO

Im SoMa-District San Franciscos, einem ansatzweise alternativen, im Gesamteindruck aber eher heruntergekomme-nen Stadtteil, befindet sich in einem Warehouse das Consortium of Collective Consciousness (CCC). Getragen von einer Grundhaltung, die Spiritualität und Party miteinander verbindet, verkörpert es wie kaum ein anderer Ort als Kul-tur- bzw. Wohnzentrum die Goa-Szene. ”Es begann vor einigen Jahren als wir völlig verändert von den Trance-Partys in indischen Goa zurückkamen. Wir versuchten die psychedelischen Energien dieser Erlebnisse aufzugreifen und weiter zu tragen. Wir kamen zusammen, mieteten ein altes Warehouse und organisierten die ersten Partys. Im Mai ’95 nahm dann der legendäre DJ Goa Gil unsere Spirits mit auf eine Reise, auf der wir uns bis zum heutigen Tag befinden.” erzählt Santosh, einer der Gründer des CCC.

Zur Zeit wohnen acht Leute im CCC, zumeist in schön gestalteten, aber äußerst kleinen, fensterlosen Zimmern, die kaum mehr beinhalten als ein Bett und einige Kisten. Treffpunkt ist die gemeinschaftlich genutzte Küche, das Herz des Zentrums bildet eine Halle, die als Partyraum genutzt wird. Auf dem mit Tüchern abgehängten Dach eines kleinen DJ-Raumes innerhalb der Halle wohnt Aaron, dessen persönlicher Besitz aus nicht viel mehr als einem Schlafsack, einigen Kleidungsstücken und einem Laptop besteht, auf dem er unablässig neue Stücke kreiert. ”We are so much into music, nothing else matters” führt er in einer selbstverständlichen Beiläufigkeit aus. Entsprechend läuft im Grunde rund um die Uhr im ganzen Haus Psychedelic-Trance in allen Variationen. Einige Hausbewohner sind am Mixen, in einem anderen studioartigen Zimmer, das ebenfalls gleichzeitig als Schlafraum genutzt wird, entsteht am Computer ein neuer Track und in der Küche läuft eine Promo-CD.

Das ganze Zentrum ist im Innern farbenfroh gestaltet. Überall hängen großteils selbstgemalte, großformatige Gemäl-de. Neben psychedelischen und fantasyartigen Motiven sind es vor allem spirituelle indische Motive. Da lächelt von einem Poster Krishna, an einem altarartigen Platz befindet sich eine kitschig mit blumigen Schmetterlingen behängte Buddha-Statur und Shiva ist neben zig anderen hinduistischen Gottheiten allgegenwärtig. Tatsächlich scheint sich jedoch fernab der Klischees vom spirituellen Indien kaum jemand für die religiösen Hintergründe zu interessieren.

In einer Diskussion mit einigen BewohnerInnen des CCC geht es um die Bedeutung organisierter Religion, um die Strukturen der Kirchen und anderer religiöser Organisationen, die, so die die durchgängige Überzeugung, den Zugang zur eigentlichen Persönlichkeit, deren Energien und Potentialen verhindern. Der Veränderungsweg den Santosh auf-zeigt, beginnt bei der einzelnen Person, beim individuell ausgeprägten ”inneren Frieden”, gefolgt vom Frieden in der Familie und in der Gemeinschaft, um dann irgendwann bei der Gesellschaft und anschließend beim Weltfrieden an-zugelangen. Es ist der vielbeschworene Weg der ”inneren Evolution”, der jedoch im Hier und Jetzt oftmals gegenüber den bestehenden umgebenden gesellschaftlichen Missständen die Augen verschließt. Bevor wir ausführlicher diesen Punkt diskutieren können, geht es schon wieder voller Selbstüberzeugung um die CCC-Party auf dem legendären Burning-Man-Festival, die dort alle anderen Events in den Schatten stellen soll. Ein charakteristischer Ablauf, denn im Grunde drehen sich alle Gespräche unabhängig von der anfänglichen Thematik nach kurzer Zeit im wesentlichen um drei Themen, um Musik bzw. Partys, um Drogen und um Spirituelles, wobei im Zentrum der Ausführungen fast immer das eigene Ich und die eigenen Leistungen stehen.

Letztlich ist das CCC ein Paradebeispiel für das sinnbildliche Verständnis der ”Dance-Community” als eine isolierte Insel, wobei ignoriert wird, dass jede Insel von einem Meer umgeben wird. Wie stark jedoch auch das CCC von den äußeren Einflüssen geprägt wird, unterstreicht nachdrücklich die extreme Erhöhung der Miete, die inzwischen vom CCC nicht mehr getragen werden kann. Im Zuge der Entwicklungen um die dot.com-Industrie drängen immer mehr Internet -Firmen in den als Künstlerviertel bekannten Stadtteil. Zwangsläufig steigen die Mieten, die ursprünglich an-sässige Bevölkerung wird so vertrieben und der Stadtteil im Verlauf weniger Jahre komplett umstrukturiert. So steht trotz aller spirituellen Symbole der Auszug des CCC in absehbarer Zeit bevor und ein erschwingliches Ersatzgebäude ist noch nicht in Sicht.

AUF DER STRASSE

Als ich durch den Mission-District ziehe, zeigt sich schnell ein Gesicht San Franciscos, das in keinem Reiseführer zu finden ist. Große Teile der Stadt sind von schmucklosen Häusern, Lagerhallen und grauen Bürobauten bestimmt. Auffallend ist insbesondere die hohe Zahl der Homeless People, der Obdachlosen, die ihren verbliebenen Besitz in Einkaufswagen durch die Straßen schieben. Einige wenige leben in Zelten, die meisten in selbstgebauten Unterkünf-ten aus Pappkisten, Blech und Stoffresten oder sie schlafen direkt auf dem Bürgersteig, umgeben von Autolärm und Abgasen. Vor vielen Geschäften befinden sich Schilder mit der Aufschrift ”No Trespassing” (”Verweilen verboten”), die sich speziell an Obdachlose richten. Teilweise sind sogar die Mülltonnen mit Gittern verriegelt um ein Durchwühlen zu verhindern. Dennoch sieht man an fast jeder Straßenecke Menschen, die den Müll der Wohlstandsgesellschaft auf der Suche nach etwas Essenbaren durchwühlen. Ein Bild, das längst einen selbstverständlichen Teil des Alltags US-amerikanischer Großstädte bildet.

Direkt an der Market-Street, einer der zentralen Straßen San Franciscos, verteilen ehrenamtliche Mitglieder von Food Not Bombs an Bedürftige kostenlos vegetarische Nahrungsmittel und Getränke, die von Großküchen und einigen Geschäften aus Restbeständen zur Verfügung gestellt werden. Der Platz und die Uhrzeit sind bekannt und schon bald bildet sich eine lange Schlange. Im Gegensatz zu vielen anderen karitativen Organisationen in Deutschland stellt Food not Bombs die Aktivitäten ausdrücklich in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang: Zielsetzung ist nicht nur die Minderung von Elend und Not, sondern auch das Aufzeigen der eigentlichen, systembedingten Ursachen. So verurteilt Food not Bombs auch immer wieder scharf die polizeiliche Willkür gegenüber Obdachlosen. Entsprechend angespannt ist das Verhältnis gegenüber staatlichen Stellen. In San Francisco wurden Food-not-Bombs-AktivistInnen mehrfach inhaftiert, weil gegen das Vorgehen spezieller Anti-Homeless-Einheiten der Polizei eintraten. In einigen anderen Städten wurde den lokalen Gruppen das Verteilen von Nahrungsmitteln untersagt.

Viele der Homeless People leiden unter psychischen Problemen, die nicht nur in ihrem elenden Dasein auf der Straße wurzeln. In den späten sechziger Jahren wurden unter der Regierung des damaligen kalifornischen Gouverneurs Roland Reagan die staatlichen psychiatrischen Einrichtungen aufgelöst. Offiziell sollten die Betroffenen in die Gesell-schaft reintegriert werden und dabei von sozialen Projekten in Wohnortnähe begleitet werden, die jedoch in der Regel völlig überfordert waren. Tatsächlich sollte die Auflösung der Psychiatrien den Staatshaushalt entlasten und die Hip-pie-Bewegung durch die Konfrontation mit psychisch kranken Menschen schwächen, die gezielt die Nähe zur ver-gleichsweise toleranten Flower-Power-Kultur suchten.

Neben einer Bushaltestelle liegt ein Obdachloser auf einer Decke direkt auf dem Bürgersteig. Er starrt vor sich hin, scheint sich nicht um die Menschenmassen zu kümmern, die an ihm vorbei ziehen. Seit zwölf, fünfzehn Jahren lebt er nun auf der Straße, erzählt er mir. Seit wann genau, daran kann er sich nicht mehr erinnern. Zuerst hat er die Arbeit, dann die Wohnung verloren, danach gab es kein zurück mehr. Ob er noch Hoffnung habe, frage ich ihn. Seine Ant-wort lautet schlicht ”Hope for what?”.

PARTY, KULTUR UND WIDERSTAND

Im SoMa-Café treffe ich mich mit Christopher Anderson, dem Regisseur von ”An Act of Sabotage”. Ein beeindrucken-der halb-dokumentarischer Spielfilm, der auf seine ganz eigene Weise um die Pole Musik und Gemeinschaft, Liebe und Militanz, Bewusstsein und Widerstand kreist. Nach der Aufführung auf verschiedenen Festivals hat der Film trotz seiner subversiven Message sogar seinen Weg in das Spätprogramm des ZDF gefunden. Christophers Gedanken beschäftigen sich an diesem Nachmittag mit der ”geistigen Vergiftung der Menschen durch die Medien” und ”die be-rechnende Ignoranz der herrschenden PolitikerInnen”. Vor diesem Hintergrund bezieht er sich aber auch auf den Widerstand gegen die bestehenden Machtstrukturen und die Gesetzmäßigkeiten mit der sich Menschen gegen Unter-drückung und Ausbeutung wehren. Sei es nun bei einem Einbruch eines Obdachlosen in einen Supermarkt oder im Rahmen des Widerstands gegen die Globalisierung in Seatle.

Später sprechen wir über sein Selbstverständnis als Filmemacher und über die Idee des Cybertribes, der überliefertes Wissen mit den Entwicklungen der Gegenwart verknüpft. ”Mich beeindruckt das verbindende Verständnis von Kreati-vität, Schamanismus und Widerstand. Es sind Elemente die in diesem System des Konsums gezielt verdrängt wer-den. Konsum von Produkten, von Drogen und TV als Flucht aus einer Welt, in der sich die Menschen verkaufen müs-sen. Es geht in unseren Filmen um direkte Aktionen. Der Akt des Filmemachens als wirkliche Erfahrung und nicht als sorgfältig inszenierte Lüge. Wir versuchen Veränderungen anzuregen indem wir wichtige Themen zur Diskussion bringen, um dann zur Aktion überzugehen und diese in unsere Filme integrieren. Selbstverständlich bedeutet dies, dass man sich manchmal außerhalb der normalen Parameter bewegen muss.”

Von einem ähnlichen Kultur- bzw. Kunstverständnis geht das Projekt ’Art and Revolution’ aus, das seit 1996 mit un-terschiedlichen fortschrittlichen Organisationen zusammenarbeitet. Bekannt wurde ’Art and Revolution’ insbesondere durch die riesigen symbolträchtigen Puppen, die von ihren Mitgliedern auf Demonstrationen getragen werden und diesen dadurch ein besondere visuelle Ausdruckskraft geben. ”Wir glauben, dass politische Arbeit ohne kreative Visi-onen in eine Sackgasse führt, genauso wie Kunst ohne politische oder soziale Bedeutung keine wirkliche Perspektive eröffnet.” erläutert eine der Aktivistinnen. ”Wir sind ein Kollektiv, das in seinen Projekten kreative kulturelle Ausdrucks-formen mit dem Kampf um soziale Gerechtigkeit verbindet. Wir bringen phantasievoll Musik, Poesie und Kunst auf die Straßen, um auf die kritischen Themen unserer Zeit aufmerksam zu machen. Wir nutzen Kunst als Werkzeug zur Unterstützung von Graswurzelinitiativen, wie auch zur Entwicklung neuer Formen des Widerstands und der Kommu-nikation.”

Die Idee der ”Reclaim the Streets”-Events entstand in den neunziger Jahren. Ausgangspunkt war das Bestreben Poli-tik und Party zusammenzubringen, nicht zuletzt um auf diesem Wege festgefahrene und kopflastige Strukturen inner-halb der linken Bewegungen aufzubrechen. Politische Demonstrationen sollen in diesem Sinne nicht nur trockene Manifestationen bestimmter Haltungen sein, sondern auch lustvolle Feste eines anderen Lebensgefühls und einer anderen Kultur. Entsprechend werden Sound-Systems und Live-Musik in die Demos integriert, während die Teilneh-merInnen nicht länger nur Parolen skandierend eine bestimmte Strecke ablaufen. Vielmehr tanzen sie nun in den Straßen, die sie für sich zurückfordern. Mit einem gewissen Augenzwinkern beziehen sich die TeilnehmerInnen dabei bis heute auf die Anarchistin Emma Goldmann, die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts einmal sinnge-mäß verkündet haben soll: ”Wenn ich nicht tanzen kann, dann ist es nicht meine Revolution.”

Monica und Tomcat gehören zu den Reclaim-The-Streets-AktivistInnen in San Francisco, die bewusst am 1. Mai eine Party-Demo veranstalten. Bemerkenswert ist dabei die Verbindung der Walpurgisnacht-Feiern der ursprünglichen Kultur der Hexen mit dem revolutionären Verständnis des 1. Mai. ”Die Idee des 1. Mai geht lange zurück. Ursprünglich war es ein erdverbundenes sexy Fest, das der Fruchtbarkeit der Erde, unserem eigenen Leben und einer erträgnisrei-chen Ernte gewidmet war. Kirche, Staat und Patriarchat ächteten dieses Fest, aber die unbeherrschbare Natur des 1. Mai ließ sich nicht unterdrücken. Er wurde als Kampftag der ArbeiterInnen wiedergeboren, auch wenn die heutigen ArbeiterInnen keine Ernte mehr für die Gemeinschaft einbringen, sondern nur noch für die Reichen arbeiten.”

Als DJ legt Tomcat meist progressiven Techno auf, wobei er jedoch gegenüber ”Peace, Love and Unity” als den so oft beschworenen Werten der Techno- und Trance-Szene eine eher kritische Position einnimmt. ”Diese Worte sind Flos-keln, die jeder unterschreiben kann. Natürlich ist jeder für Frieden, aber was heißt das schon? Ist es Frieden, wenn Menschen in den Straßen ohne Essen dahinvegetieren müssen und zigtausende in den Gefängnissen sitzen? Alle Kriegsherren proklamierten den Frieden.” Monica fügt hinzu: ”Wir gehen am 1. Mai auf die Straße, um an die Kämpfe für einen wahren Frieden und an die Kämpfe für die Rechte der ArbeiterInnen zu erinnern. Wir veranstalten Partys, um die rebellische Kraft vergangener Zeiten in den heutigen Widerstand zu übertragen, um das Feuer weiter brennen zu lassen für die Erde, für die Menschen, für unsere Zukunft.”

Wolfgang Sterneck (Text und Fotos 2001)
www.sterneck.net

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Miller High Life .. Good Call — Beer and Makeup …item 3.. FSU News – Mid-semester exams are around the corner (2:25 AM, Feb. 7, 2013) …
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It’s hard to say which is more stressful, midterms or finals. I would say midterms. It’s true that finals week is dense, but at least you get them over with and have no worries afterwards. Midterms will seemingly drag on forever and sometimes professors decide to switch dates on you, which they can’t do with finals. For finals week, you know it’s time to buckle down and get serious because this is your last shot and you have an exam every day. Then there’s a nice, long, assignment-free break to look forward to.
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…….***** All images are copyrighted by their respective authors ……
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… message header for ABC News

Dozens of suspects – for crimes including robbery and sexual assault — got letters from a marketing firm inviting them to call the company in exchange for a free case of beer, police said.
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…..item 1)…. ABC News … abcnews.go.com/ … World …
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img code photo… cold beer in the fridge !!!

abcnews.go.com/images/International/gty_beer_fridge_nt_11…

(Getty Images)

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By Edward Lovett

Nov 12, 2011 8:00am
UK Cops Arrest 19 After Offering Them Free Beer

abcnews.go.com/blogs/headlines/2011/11/uk-cops-arrest-19-…

How do you crack a cold case? Try a cold case.

Nineteen Britons wanted on various crimes were arrested after being offered free beer by police in an undercover operation, according to Derbyshire (U.K.) Constabulary.
Dozens of suspects – for crimes including robbery and sexual assault — got letters from a marketing firm inviting them to call the company in exchange for a free case of beer, police said.

The calls were put through to officers at Chesterfield Police Station, who arranged a time to deliver the beer at the caller’s home, police said. At the appointed time and place, the caller was arrested.

“These suspects are people who have managed to evade arrest for some time, so we have used different tactics to find them,” said Chief Inspector Graham McLaughlin. “It has been very cost-effective, as it can take a lot of time and money to track people down.”

The operation was part of Operation Rocky, which targets “serious acquisitive crime across north Derbyshire,” a police statement said.
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…..item 2)… MILLER HIGH LIFE — GOOD CALL !!! …

She told me we couldn’t afford beer anymore and i’d have to quit. Then i caught her spending on makeup. And i asked how come i had to give up stuff and she didn’t. She said she needed the makeup to look pretty for me. I told her that was what the beer was for. I don’t think she’s coming back……..

Good Call !!!
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…..item 3)…. Mid-semester exams are around the corner … FSU News … www.fsunews.com

Rise in class attendance and larger crowds at libraries should be expected
2:25 AM, Feb. 7, 2013 |
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img code photo … FSU Students

cmsimg.tallahassee.com/apps/pbcsi.dll/bilde?Site=CD&D…

Students find themselves in the library more often during midterm season. / Zachary Goldstein/FSView
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Written by
Devyn Fussmann
Contributing Writer

FILED UNDER
FSU News
FSU News Views

www.fsunews.com/article/20130207/FSVIEW03/130207001/Mid-s…|newswell|text|frontpage|p

It’s the most horrible time of the year. When your heads are all swelling and everyone’s telling you, “I need a beer.”

Now that the calendar is inching toward mid-February, midterms are slowly returning with a vengeance. After a nice honeymoon period where we could just sit back, let our professors ramble on, and then go home and sleep, we have to hit the books—and hit them hard. Suddenly, the lists of events on “Fridays at the Union” posters are smaller and the lines of cars around campus are longer. Little by little, class sizes are more closely resembling the high numbers they were given on Blackboard.

Midterms are an invisible elephant in the room; there’s no designated week for them like finals, but at the same time, we all know when they’re here. We know when trying to find an outlet at Strozier is like looking for a needle in a haystack, and when the frisbee throwers on Landis are suddenly replaced with blankets and books. We know when the one place on campus that isn’t full of people is the gym. For the past two weeks, the Leach went from being constantly packed to slightly less than the usual crowd. Walkinf around campus, you can hear students buzzing about upcoming exams.

It’s hard to say which is more stressful, midterms or finals. I would say midterms. It’s true that finals week is dense, but at least you get them over with and have no worries afterwards. Midterms will seemingly drag on forever and sometimes professors decide to switch dates on you, which they can’t do with finals. For finals week, you know it’s time to buckle down and get serious because this is your last shot and you have an exam every day. Then there’s a nice, long, assignment-free break to look forward to.

Whereas with midterms, you might have one or two, and then it’s three weeks before you have another one, and it’s easy to fall back into the old habits of procrastination and laziness that have been plaguing you all semester. Then when the week of your next exam finally rolls around, your other professors decide to make that their quiz and paper week. No wonder class sizes are occasionally cut in half afterwards.

It’ll be interesting to see how the crowds on campus will change over the next couple of weeks. On the one hand, they may rise and drop from one day to the next, or they might remain constant until spring break (which I’m sure we’re already dying for). It’s difficult to pinpoint exactly when the craziness of the season will end, it really depends on course load and how generous professors are feeling. I’ve had tests range from multiple-choice take-home to inhumanely difficult short answer with time constraints that clearly lacked any sign of compassion.

The best advice I can offer is to keep your eyes on Spring Break—and hope you don’t get any tests upon your return.
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… Eugene Robinson: Lessons from China — We’re stuck with each other, like it or not. (Feb. 17, 2012) …item 2.. Eugene Robinson: Joe Paterno’s shame (4:03 PM, Jul 13, 2012 ) …
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Note the word “guests,” which may be one of the most chilling euphemisms I’ve ever heard.

University officials didn’t even follow through on the inadequate response of cutting off Sandusky’s access to Penn State facilities.

According to Freeh’s report, Sandusky “was allowed to have a key for, and continued to work out in” the athletic complex until November of last year. “If university leaders had not granted Sandusky full use of Penn State’s football facilities and supported his ways to ‘work with young people through Penn State,’ sexual assaults of several young boys on the Penn State campus might have been prevented.”

……..***** All images are copyrighted by their respective authors ……..

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If we are to thrive in a changing world, singing “America the Beautiful” isn’t enough.

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…..item 1)…. FLORIDA TODAY … www.floridatoday.com/article … Eugene Robinson: Lessons from China

US must start acting like a serious country
2:34 PM, Feb. 17, 2012

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Opinion
Syndicated Columnists

www.floridatoday.com/article/20120219/OPINION04/302190002…|newswell|text|Home|s

China, for better or worse, is a serious country. The United States had better start acting like one.

I got a glimpse of the future Wednesday in the vast ballroom of a Washington hotel where hundreds of august dignitaries —and some journalists as well —gathered at a luncheon in honor of Vice President Xi Jinping, who is widely expected to become China’s top leader after a year-long transition.

Xi’s status is such that he was introduced by no less than Henry Kissinger, who spoke, not for the first time, of the Nixon-to-China breakthrough four decades ago. It is useful to remember that the country we now think of as a trillion-dollar creditor and the manufacturer of iPads was once a Maoist bastion, hermetically sealed against the capitalist influences of the Western world.

Let me interject that this column will include quite a few Chinese names, which can be hard for English-speaking readers to follow. Please make the effort. Being an informed citizen of the world is increasingly going to require some level of comfort with Chinese nomenclature.

Xi’s father —Xi Zhongxun, once one of Mao Zedong’s lieutenants —fell out of favor and was persecuted during much of that era. Xi Jinping is part of a remarkable generation that survived the apocalypse of the Cultural Revolution; he spent long, hard years as a teenager living in a cave in the poor, remote Shaanxi province.

Xi fared better than the man considered his chief rival for power and influence in China — Bo Xilai, the Communist Party chief for the Chongqing metropolitan area, which is home to nearly 30 million people. Bo’s father, Bo Yibo, was one of Mao’s most trusted associates before being purged in the Cultural Revolution. The whole family was sent to a prison for five years, then to a labor camp for another five. Bo Xilai’s mother either committed suicide or was beaten to death.

I recount this history because it helps me understand why the men — and a few women — now running China are the way they are: impatient to make up for lost time, pathologically wary of the slightest instability, tough, resourceful, adaptable, coldly unsentimental and, as Kissinger generalized in his introduction, convinced “that every solution is the beginning of a new set of problems.”

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The speech Xi delivered at the luncheon was fairly stilted and anodyne, as one might have expected. He’s not president yet, and clearly he was intent on not making headline news. China wants a “cooperative partnership” with the United States, he said, adding his meetings with President Obama and Vice President Biden were “fruitful.”

There was an overall message, however. Xi referred to the U.S.-China relationship as “an unstoppable river that keeps surging ahead.” He was pointing out the obvious: For decades to come, the United States and China will be the world’s two biggest economic powers. We’re stuck with each other, like it or not.

China is a one-party state, but that does not mean there is no debate about the country’s direction. Xi is considered likely to keep the nation on its current path of free-market economic growth. His political adversary Bo Xilai advocates a more robust safety net to care for the millions who are being left out of the Chinese economic miracle.

There are also internal disagreements about how aggressive China should be in asserting its military influence throughout the region, especially in the South China Sea. Addressing the environmental cost of the country’s rapid development will be an urgent task for the incoming leadership. China’s record on human rights and political openness is still abysmal.

These are serious questions — but Chinese leaders at least are grappling with them in a serious manner. But here in the United States?

“We’re having the most frivolous of conversations — in an election year!” This assessment came from Jon Huntsman, the former ambassador to China who recently ended his bid for the GOP presidential nomination, and who attended the lunch for Xi.

We hear a lot of China-bashing on the campaign trail. Yes, there’s plenty to criticize — currency manipulation, intellectual piracy, the appalling veto of a U.N. Security Council resolution calling for the ouster of the murderous Assad regime in Syria. What we’re not hearing is a serious debate about farsighted reforms that are needed to keep the United States from falling behind.

If we are to thrive in a changing world, singing “America the Beautiful” isn’t enough.
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…..item 2)…. Florida Today … www.floridatoday.com/article

Eugene Robinson: Joe Paterno’s shame
Report reveals coach’s disregard for victims
4:03 PM, Jul 13, 2012

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Opinion
Syndicated Columnists

www.floridatoday.com/article/20120715/OPINION04/307150006…|newswell|text|Home|s

Outside the Penn State football stadium stands a statue of legendary coach Joe Paterno, his arm raised in victory. Right next to it, university officials should erect another figure in bronze: A young boy crying out in anguish and being coldly ignored.

Penn State’s Board of Trustees commissioned former FBI Director Louis Freeh to investigate how child molester Jerry Sandusky — for years one of Paterno’s most trusted and loyal assistants — could have committed his awful crimes under the noses of university officials. The answer is simple and shocking: Those officials simply looked the other way.

“The most saddening finding by the Special Investigative Counsel is the total and consistent disregard by the most senior leaders at Penn State for the safety and welfare of Sandusky’s child victims,” the report states. “Four of the most powerful people at The Pennsylvania State University … failed to protect against a child sexual predator harming children for over a decade.”

Those four powerful officials include Paterno, who died earlier this year of lung cancer. Almost literally a sainted figure in the world of big-time, big-money college sports, Paterno became aware of seriously inappropriate behavior by Sandusky with young boys at least 14 years ago, according to Freeh’s report. Paterno’s inaction was shameful.

Most damning is Freeh’s finding that in 2001, after an assistant coach saw Sandusky raping a young boy in the showers of a Penn State locker room, an intervention by Paterno was apparently instrumental in convincing university officials to sweep the incident under the rug.

The other three men allegedly involved in the cover-up — former Athletic Director Tim Curley and former Vice President Gary Schultz, both of whom face perjury charges, and former university President Graham Spanier — had decided to notify state child-welfare officials, according to Freeh, who had access to private emails and notes.

But before any action was taken, Curley wrote to Schultz and Spanier that “after giving it more thought and talking it over with Joe,” he had decided he would be more “comfortable” meeting with Sandusky, counseling him to get professional help and telling him “his guests are not permitted to use our facilities.”

Email Robinson at eugenerobinson@washpost.com.

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Note the word “guests,” which may be one of the most chilling euphemisms I’ve ever heard.

University officials didn’t even follow through on the inadequate response of cutting off Sandusky’s access to Penn State facilities. According to Freeh’s report, Sandusky “was allowed to have a key for, and continued to work out in” the athletic complex until November of last year. “If university leaders had not granted Sandusky full use of Penn State’s football facilities and supported his ways to ‘work with young people through Penn State,’ sexual assaults of several young boys on the Penn State campus might have been prevented.”

It goes without saying that Paterno’s legacy is forever tarnished. He was head coach at Penn State for 46 years until being fired last year after Sandusky was arrested and the charges against him made public. Paterno’s 409 wins are the most of any Division I coach. His Nittany Lions won two national championships and made 37 bowl appearances. He was especially proud of his football program’s record as a model: Penn State avoided the recruiting scandals that involved so many other schools with top-ranked athletic programs, and his football players graduated at an admirable rate.

In a letter he wrote before his death, apparently intended as an op-ed piece, Paterno argued that whatever people might think of his actions in the Sandusky matter, “this is not a football scandal.”

But that’s precisely what it is.

Imagine that an assistant coach of, say, the chess team were caught showering with an 11-year-old boy, as Sandusky was in 1998. Would that chess coach still be around three years later? If he were caught in the act of abusing another young boy in 2001, would the top officials of the university dither and fret for days — without making the slightest attempt to identify and locate the victim? Would the head chess coach be able to convince his superiors there was no need to call state welfare officials, let alone the police?

The truth is that Joe Paterno was more powerful at Penn State than any athletic director, more powerful even than the university’s president. And the reputation of the football program was more important than the safety and well-being of innocent young boys.

Email Robinson at eugenerobinson@washpost.com.
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